Finanzplatz Bayern

Der Freistaat Bayern und insbesondere der Großraum München zählen zu den bedeutendsten Finanzplätzen Europas. Dies gilt für klassische Bank- und Versicherungsgeschäfte ebenso wie für Vermögens­verwaltungs­ak­ti­vi­tä­ten, Risikokapitalfinanzierungen, Leasing- und Factoring-Lösungen sowie die Börse München. Dabei ist der Finanzplatz über die gesamte Branche hinweg sowohl in der Breite als auch in der Spitze äußerst gut aufgestellt. Viele herausragende Unternehmen des Finanzsektors haben ihren Sitz in Bayern. Zu den bekanntesten zählen die Versicherungs­konzerne Allianz und Münchener Rück, die Nürnberger Versicherungs­grup­pe, die BayernLB, die HUK-Coburg und die Unicredit Deutschland.

Finanzplatz München Initiative

Externer Link: FPMI - Finanzplatz München Initiative

Die Finanzplatz München Initiative (FPMI) wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums ins Leben gerufen, um die starke Stellung Bayerns im internationalen Finanz­platz­wett­be­werb weiter auszubauen. Beteiligt sind neben Bayerns wichtigsten Finanz­unter­neh­men auch Kammern, Verbände sowie wissenschaftliche und staatliche Einrichtungen.

Börsenaufsicht

Die Börsenaufsichtsbehörde des Freistaates Bayern im Bayerischen Wirtschaftsministerium übt nach § 3 Abs. 1 des Börsengesetzes die Aufsicht über die Börse München aus. Diese erstreckt sich auf die Einhaltung der börsenrechtlichen Vorschriften und Anordnungen (Rechtsaufsicht) sowie auf die ordnungsgemäße Durch­führung des Handels an der Börse (Marktaufsicht).

Börse München

Die Börse München ist eine öffentlich-rechtliche Wertpapier­börse, die sich mit dem Fokus auf die Privatanleger und den Mittel­stand als wichtiger deutscher Börsenplatz etabliert hat. Die Bayerische Börse AG ist ihr privatrechtlicher Träger.

Aufsicht über die Börse nach dem Börsengesetz

Die staatliche Aufsicht dient der Sicherstellung eines recht­mäßi­gen, fairen und transparenten Börsenhandels. Die Bör­sen­auf­sicht nimmt die ihr nach dem Börsengesetz zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben und Befugnisse nur im öffentlichen Interesse wahr. Zu den Aufgaben der Börsenaufsicht gehören insbesondere folgende Bereiche:

Rechtsaufsicht

  • Genehmigung der Börse, Genehmigung der börseneigenen Regelwerke
  • Einhaltung der börsenrechtlichen Vorschriften
  • Aufsicht über die Börsenorgane (Geschäftsführung, Börsenrat, Handelsüberwachungsstelle)

Marktaufsicht

  • Überwachung der Preisfeststellung und der Börsen­geschäfts­ab­wick­lung in Zusammenarbeit mit der Handelsüberwachungsstelle

Bei der Marktaufsicht macht die Börsenaufsichtsbehörde von ihren Befugnissen nur subsidiär Gebrauch. Die tägliche Handels­auf­sicht erfolgt primär durch die bei der Börse eingerichtete Han­dels­über­wachungs­stelle. Sie ist ein unabhängiges, organisatorisch in die Börse eingegliedertes Organ. Sie überwacht vor Ort den Börsenhandel und die Geschäftsabwicklung.

Es wird empfohlen, Fragen und Beschwerden bezüglich des Handels und der Geschäftsabwicklung direkt an die Han­dels­über­wachungsstelle der Börsen München per e-mail unter huest(at)boerse-muenchen.de oder telefonisch unter 089 549045-30 zu richten.

Informationen über Börsenaufsichtsbehörden deutscher Länder finden Sie hier.

Aufsicht nach dem Wertpapierhandelsgesetz

Neben der Börsenaufsichtsbehörde überwacht auch die Bundes­anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Wert­papier­han­del. Ihre Aufgaben konzentrieren sich auf die Verfolgung von Insiderhandelsverstößen und Marktmanipulationen. Rechts­grund­la­ge dafür sind die Regelungen in der unmittelbar geltenden Marktmissbrauchsverordnung (Market Abuse Regulation – MAR) sowie  im Wert­­papier­­handels­­ge­setz. Außer­dem obliegt der BaFin gemäß den einschlägigen Regelungen im Wertpapierprospektgesetz die Billigung der Wertpapierprospekte für Wertpapiere, die öffentlich angeboten werden oder zum Handel an einem organisierten Markt zugelassen werden sollen.

Die Börsenaufsichtsbehörde und die BaFin arbeiten eng zusammen und tauschen nach Maßgabe des § 8 BörsG untereinander alle Informationen aus, die für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben er­forder­lich sind.

Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA)

Die zum 1. Januar 2011 errichtete Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA ist eine unabhängige EU-Behörde, die zur Stabilität des Finanzsystems in der EU beitragen soll, indem sie die Integrität, die Transparenz, die Effizienz und die Funktionsweise der Wertpapiermärkte sicherstellt und den Anlegerschutz intensiviert. Zur Harmonisierung von Finanzaufsicht und Anlegerschutz entwickelt sie technische Regulierungs- und Durchführungsstandards und erlässt Leitlinien und Empfehlungen für solche Fälle, die in den Richtlinien zur Finanzaufsicht vorgesehen sind.

Hier finden Sie weitere Informationen zur ESMA.

In den verschiedenen Leitlinien legt die ESMA ihre Auffassung dar, wie EU-Recht – u.a. die Finanzmarktrichtlinie MiFID bzw. MiFID II, die Finanzmarktverordnung MiFIR, die Marktmissbrauchsrichtlinie MAD und die Marktmissbrauchsverordnung MAR – anzuwenden ist und welche Aufsichtspraktiken im europäischen System der Finanzmarktaufsicht angemessen sind.
Die zuständigen Behörden, in Deutschland insbesondere die BaFin und die Börsenaufsichtsbehörden der Länder, sind nach Artikel 16 Abs. 3 ESMA-Verordnung verpflichtet zu erklären, ob sie die Leitlinien in ihrer Aufsichtspraxis anwenden werden („Compliance-Erklärung“).

Zur Übersicht aller Leitlinien von ESMA

Die Börsenaufsicht des Freistaates Bayern hat für folgende Leitlinien entsprechende Compliance-Erklärungen gegenüber der ESMA abgegeben:

Leitlinien „Zugang von Zentralverwahrern zu den Transaktionsdaten zentraler Gegenparteien und Handelsplätze“

Zentralverwahrer übernehmen als Finanzmarktinfrastrukturen die Verwahrung von Wertpapieren und die Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Die Leitlinie beruht auf Art. 53 der europäischen Zentralverwahrerverordnung. Danach haben Zentralverwahrer die Möglichkeit, auf die Transaktionsdaten Zentraler Gegenparteien (Central Counterparties – CCPs) und Handelsplätze zuzugreifen. Umgekehrt können CCPs und Handelsplätze auf die Daten der Zentralverwahrer zugreifen. Nach Art. 53 Abs. 3 der Zentralverwahrerverordnung kann der Zugang verweigert werden, wenn er das reibungslose und geordnete Funktionieren der Finanzmärkte gefährden oder ein Systemrisiko mit sich bringen würde. Daher muss die angefragte Partei jeweils eine Risikobewertung vornehmen. Die Guideline konkretisiert die Kriterien, die in dieser schriftlichen Risikobewertung zu berücksichtigen sind.

Zur Leitlinie

Leitlinien zur Kalibrierung von Notfallsicherungen und Veröffentlichung von Handelseinstellungen gemäß MiFID II (Anwendung ab 3.1.2018)

Handelsplätze sollen sicherstellen, dass ihre Handelssysteme widerstandsfähig sind und dass es Notfallsicherungen gibt, um den Handel vorübergehend anzuhalten oder einzuschränken, wenn es zu plötzlichen, unerwarteten Preisschwankungen kommt. Ziel der Leitlinie ist es, bei der Kalibrierung von Notfallsicherungen gemeinsame europäische Standards zu entwickeln sowie generell eine einheitliche Anwendung der Bestimmungen aus Art. 48 Abs. 5 MiFID II zu gewährleisten.

Zur Leitlinie

Weitere detaillierte Informationen

Interessierte Anleger können sich an die:

Die beiden Aktionärsvereinigungen verfolgen das Ziel, die Rechte und Interessen der Aktionäre zu wahren.