Pressemitteilung

20.04.2015 | Bayerischer Fernsehpreis 2015

Der Blaue Panther – 27. Bayerischer Fernsehpreis: Bekanntgabe der Nominierungen

 

MÜNCHEN   Bayerns Medienministerin Ilse Aigner hat heute die Namen der Nominierten für die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler in den Bereichen ,Fernsehfilme‘ und ,Serien und Reihen‘ des Bayerischen Fernsehpreises 2015 bekannt gegeben.

 

Medienministerin Ilse Aigner: „Nominierungen sind per se schon eine besondere Form der Anerkennung und eine Auszeichnung exzellenter Leistungen. Die Jury hat mit den Nominierten herausragende schauspielerische Leistungen ausgewählt, die in besonderer Weise aus der enormen Vielfalt der qualitativ hochwertigen Programme herausstechen.“

 

Ministerpräsident Horst Seehofer wird den Bayerischen Fernsehpreis in einer festlichen TV-Gala im Münchner Prinzregententheater am Freitag, 22. Mai 2015, 19.00 Uhr verleihen. Die Entscheidung über die Preisträger aus dem Kreis der Nominierten wird die Jury am Tag der Veranstaltung treffen. Diese Preisträger und die weiteren Preisträger werden am Tag der Preisverleihung bekannt gegeben. Die feierliche Preisverleihung wird in diesem Jahr vom Bayerischen Fernsehen live gesendet.

 

Der seit 1989 verliehene Bayerische Fernsehpreis ist eine der renommiertesten und begehrtesten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen. Vergeben werden die Blauen Panther in fünf Kategorien, nämlich für Informationssendungen, Fernsehfilme, Serien und Reihen, Unterhaltungsprogramme sowie für Kultur und Bildungsangebote.

 

Die Träger des Ehrenpreises des Bayerischen Ministerpräsidenten und des Nachwuchsförderpreises der LfA Förderbank Bayern werden mit gesonderter Pressemitteilung am 6. Mai 2015 bekannt gegeben.

 

Nachstehende Schauspielerinnen und Schauspieler wurden von der Jury für den Bayerischen Fernsehpreis 2015 in den Kategorien ,Fernsehfilme‘ und ,Serien und Reihen‘ nominiert.

 

Der BAYERISCHE FERNSEHPREIS 2015 – Nominierungen

 

Nominiert als beste Schauspielerin in den Kategorien ,Fernsehfilme /
Serien und Reihen‘

 

Martina Gedeck

für ihre Rolle in ,Das Ende der Geduld‘ (BR/ ARD)

 

Begründung der Jury:

Eine Jugendrichterin im sozialen Brennpunkt Neukölln, die berühmt wird als ,Richterin Gnadenlos‘. Ein Mensch, der letztlich bei sich keinen Halt mehr findet in einer kaputten, feindseligen Welt. Martina Gedeck spielt Kirstin Heisig, ihre wahre, tragische Geschichte, in all ihrer Ambivalenz, zwischen euphorischem Kampf und einem inneren Schmerz, der keine Worte findet. Nie zeigt sie zu viel, lässt der realen Figur ihr Geheimnis, das unter der Geschichte zu liegen scheint. Eine Darstellung, die noch lange nachwirkt. Große Schauspielkunst, ganz ohne Frage.

 

Henriette Confurius

für ihre Rolle in ,Tannbach – Schicksal eines Dorfes‘ (ZDF)

 

Begründung der Jury:

Aus dem hervorragenden Schauspieler-Ensemble des historischen Dreiteilers ,Tannbach‘, der das Schicksal des geteilten Dorfes Mödlareuth im Kalten Krieg erzählt, ragt eine Darstellerin besonders heraus: Henriette Confurius als Anna.

 

Sie adelt jedes Stück, hat ein Kollege geschrieben. Und das kann man nicht lernen. Henriette Confurius spielt mit einer Selbstverständlichkeit, die überwältigt. Sie agiert nicht, deklamiert nicht, sie lebt die Person, in die sie sich vertieft hat. Das ist überzeugend unverkrampft, direkt und in höchstem Maße glaubwürdig. Henriette Confurius hat zweifellos großes Charisma.

 

Felicitas Woll

für ihre Rolle in ,Die Ungehorsame‘ (Sat.1)

 

Begründung der Jury:

Häusliche Gewalt ist immer noch ein Tabu-Thema, auf das oft mit Unverständnis reagiert wird. Wieso lässt sich eine selbstbewusste moderne Frau von ihrem Mann schlagen? Wieso verlässt sie ihren Peiniger nicht sofort? Wieso zeigt sie ihn nicht an?

 

Dem Film ,Die Ungehorsame‘ ist es gelungen, nicht nur einen Einblick in die grausame Logik dieser Beziehungen zu geben, sondern auch tiefes Verständnis für die Frauen zu wecken, die in eine Spirale der Gewalt geraten sind und sich nicht mehr daraus befreien können.

 

Es ist der große Verdienst von Felicitas Woll, die uns mit ihrer eindringlichen Darstellung die Tür öffnet, die uns spüren lässt, wie subtil das Opfer manipuliert wird und wie schwer es ist, sich gegen die Prügel des einst geliebten Mannes zu wehren. Felicitas Woll lässt ihre Zuschauer den Schmerz spüren. Das tut weh. Und das ist gut so.

 

Nominiert als bester Schauspieler in den Kategorien „Fernsehfilme /
Serien und Reihen“

 

Jonas Nay

für seine Rolle in ,Tannbach – Schicksal eines Dorfes‘ (ZDF)

 

Begründung der Jury:

Eine unmögliche Liebe ist der Mittelpunkt der Nachkriegschronik des Ortes Tannbach. Jonas Nay ist der Sozialist, der die junge Gräfin liebt. Ein Idealist, der an eine bessere Welt glaubt, der nicht glauben will, dass auch die, die Gutes wollen, Böses schaffen können. Nays sensible und präzise Darstellung gibt der Zerrissenheit dieser Person einen sehr glaubwürdigen Ausdruck - ihrem ehrlichen und redlichen Streben und der stillen Verzweiflung über die Vergeblichkeit. Ein Grenzgänger, der innere Wege gehen muss. Eine präzise, äußerst spannende Charakterstudie, die Jonas Nay hervorragend und absolut preiswürdig gelingt.

 

Matthias Brandt

für seine Rolle in ,Männertreu‘ (ARD/HR)

 

Begründung der Jury:

Eleganz, Charme  und Ironie spielt Matthias Brandt ebenso selbstverständlich wie Hochmut, Arroganz und Unverschämtheit. Daraus formt er einen Charakter, der einehmend ist, verführerisch, frech und amüsant. Ihm gelingt unter der brillanten Regie von Hermine Huntgeburth ein Kunststück im wahrsten Sinne des Wortes. Ein großes Stück Kunst.

 

Hannes Jaenicke

für seine Rolle in ,Allein unter Ärzten‘ (Sat.1)

 

Begründung der Jury:

Die Reihe ,Allein unter…‘ ist ein Unikum in der deutschen Fernsehlandschaft. Zwischen unzähligen Krimi-Formaten sind die Familien-Geschichten um den Ex-Offizier Harald Westphal eine wohltuende Besonderheit.

 

Hannes Jaenicke ist Harald. Er will seine Familie sicher durch den Alltags-Dschungel lotsen, doch meist schießt er dabei übers Ziel hinaus. In dieser humorvollen Überhöhung gelingt es Jaenicke nun schon mit dem fünften Film der Reihe, die Probleme des normalen Bürgers zu benennen und zu hinterfragen.

 

In ,Allein unter Ärzten‘ legt er sich mit der undurchschaubaren Welt des Krankenhausbetriebs an und zeigt uns auch seine verletzliche Seite. Mit Harald Westphal hat Jaenicke eine Figur geschaffen, die sich stellvertretend für uns nichts gefallen lässt und dabei entlarvend, aber liebenswert auf unseren Alltag blickt.

 

 

Die Entscheidungen über den Bayerischen Fernsehpreis trifft eine fachkompetente und unabhängige Jury. Im Jahr 2015 gehören ihr an: Prof. Dr. Klaus Schaefer (Vorsitz), Andreas Bartl, Dr. Ulrich Berls, Daniel Curio, Prof. Dr. Georg Feil, Dr. Friedemann Greiner, Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner, Anne Karlstedt, Jan Rasmus, Wilfried Scharnagl.

 

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Pressemitteilung-Nr. 77/15