Pressemitteilung

11.02.2008 | Verkehrspolitik

Freistaat Bayern schreibt Diesel-Zugleistungen auf dem Schienennetz in Nordostbayern aus

Müller: "Bahnverkehr in Nordostbayern soll noch attraktiver werden"

MÜNCHEN Mit der Ausschreibung von über vier Millionen Zugkilometern pro Jahr in Nordostbayern startet der Freistaat Bayern ein weiteres Wettbewerbsprojekt im Schienenpersonennahverkehr. Das Vergabeverfahren "Dieselnetz Oberfranken" umfasst im Wesentlichen den Regionalbahnverkehr auf den nicht elektrifizierten Strecken zwischen Forchheim, Coburg, Hof und Weiden. "Fast ein Drittel mehr Züge, neue Fahrzeuge, beschleunigte Fahrzeiten, attraktive Tarife und hohe Qualitätsanforderungen sorgen dafür, dass mit der stufenweisen Betriebsaufnahme ab Mitte 2011 der Bahnverkehr in dieser Region deutlich attraktiver wird", erklärte dazu Bayerns Verkehrsministerin Emilia Müller. Die Ministerin kündigte zudem an, dass eine weitere Ausschreibung, welche die elektrischen Nahverkehrsleistungen im Raum Bamberg/Coburg/Saalfeld umfasst, derzeit gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen vorbereitet werde.

Die derzeitige europaweite Ausschreibung erstreckt sich auf folgende Diesel-Zugleistungen, die ab dem 12.06.2011 vom Gewinner der Ausschreibung zu betreiben sind:
- Forchheim - Ebermannstadt
- Bamberg - Ebern
- Bad Rodach - Coburg - Lichtenfels
- Lichtenfels - Kulmbach - Bayreuth
- Bayreuth - Weiden
- Bayreuth - Weidenberg
- Bayreuth - Marktredwitz
- Hof - Bad Steben
- Hof - Selb-Stadt
- Hof - Münchberg
- Münchberg - Helmbrechts

Kernstück der Ausschreibung ist eine neue stündliche durchgehende Linie von Bad Rodach über Lichtenfels und Bayreuth nach Weiden in der Oberpfalz. Müller: "Durch diese lange Verbindung über 160 km können die Züge nicht nur wirtschaftlicher betrieben werden. Oberfranken und die Oberpfalz wachsen damit auf der Schiene auch enger zusammen." Weiden etwa erhält eine schnelle Anbindung an den ICE-Bahnhof Lichtenfels mit guten Verbindungen nach Thüringen. Erstmals gibt es damit auch Direktverbindungen von Coburg nach Kulmbach und Bayreuth. Nicht von der Neuvergabe betroffen sind die oberfränkischen Neigetechnik-Linien.

In einer zweiten Betriebsaufnahmestufe sollen im Dezember 2012 auch die heute von der Vogtlandbahn erbrachten Nahverkehre im Abschnitt Hof - Marktredwitz neu vergeben werden. Das ermöglicht dann eine neue durchgehende Linie von Hof über Marktredwitz nach Bayreuth, die insbesondere den Landkreis Wunsiedel erstmals direkt an Bayreuth anbindet. Bisher müssen Fahrgäste auf der Strecke Wunsiedel - Bayreuth noch zweimal umsteigen. Die Vertragslaufzeit endet einheitlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023.

"Fast alle Strecken erhalten mit der Ausschreibung einen durchgängigen Stundentakt und zusätzliche Spätverbindungen am Abend. Am Wochenende wird mindestens zweistündlich gefahren", erklärte Ministerin Müller. Die Verdichtung der meisten Strecken auf einen Stundentakt auch samstags und sonntags wird als Option (zusätzlich rund 0,3 Mio. Zugkm pro Jahr) angefragt. Über die Beauftragung der Option wird in Abhängigkeit von der Wirtschaftlichkeit der eingehenden Angebote entschieden.

Die neuen Züge werden mit Niederflur-Einstiegen, Mehrzweckbereich, Klimaanlage, Fahrgastinformationssystem und behindertengerechtem WC ausgerüstet sein. Damit werden die auf den meisten Linien noch eingesetzten älteren Hochflur-Triebwagen durch zeitgemäßen Komfort ersetzt. In Verbindung mit begleitenden Infrastrukturverbesserungen erreichen die spurtstarken Fahrzeuge zum Beispiel auf den Strecken Bamberg - Ebern und Coburg - Bad Rodach auch kürzere Fahrzeiten und bessere Anschlüsse.

Auch bei Service und Tarif fordere die Ausschreibung ein hohes Niveau, betont die Ministerin. So sind alle Züge auf den Relationen Bad Rodach - Weiden und Hof - Bad Steben mit einem Zugbegleiter zur Betreuung der Fahrgäste zu besetzen. Ein günstiges Kurzstreckenticket soll die Bahn verstärkt auch wieder für Fahrten im Nahbereich interessant machen. Daneben ist natürlich die Anerkennung der heutigen Nahverkehrstarife einschließlich der Sonderangebote wie Bayern-Ticket, Bayern-Böhmen-Ticket und Egronet-Ticket gesichert.

Das Vergabeverfahren wird für den Freistaat von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) durchgeführt. Die Ausschreibung wurde am 08.02.2008 im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht. Die Verdingungsunterlagen können gegen einen Kosten-beitrag von 500 EUR bei der BEG, Boschetsrieder Straße 69, 81379 München, bzw. über das SOL-System (Ausschreibungsdatenbank des Bayerischen Staatsanzeigers) bis zum 08.05.2008 angefordert werden. Schlusstermin für den Eingang der Angebote ist der 24.07.2008. Die Zuschlags- und Bindefrist endet am 17.12.2008.

.-.

Pressemitteilung-Nr. 44/08