Pressemitteilung

13.11.2015 | Medien

5 Jahre Medienführerschein Bayern – Medienministerin Aigner und Kultusminister Spaenle gratulieren

 

MÜNCHEN   Die Erfolgsgeschichte des Medienführerscheins Bayern begann vor fünf Jahren mit der Veröffentlichung der ersten Materialien für den schulischen Bereich. Mittlerweile gibt es kostenlose Unterrichtsmaterialien für die 3./4., 6./7. und 8./9. Jahrgangsstufen. Viele engagierte Lehrkräfte aus ganz Bayern setzen diese gerne im Unterricht ein. Insgesamt haben bereits über 150.000 Kinder und Jugendliche mit ihm altersgerecht die Chancen, aber auch Risiken der Medienwelt kennengelernt. Dieser Erfolg wurde im Rahmen einer Veranstaltung am 12. November 2015 gefeiert. Bayerns Medienministerin Ilse Aigner warf in ihrer Keynote einen Blick auf die Erfolgsgeschichte der Initiative. Dabei gab sie auch einen Ausblick auf geplante Neuerungen: „Als Medienministerin setze ich mich dafür ein, dass jeder Jugendliche in Bayern auf seinem Bildungsweg erfolgreich den Medienführerschein absolviert. Das Angebot des Medienführerscheins bauen wir weiter aus. Mit neuen Modulen werden wir den Medienführerschein auch in der außerschulischen Jugendarbeit anbieten und das Thema Urheberrecht in den bestehenden Unterrichtsmaterialien vertiefen.“

 

Zusammen mit Siegfried Schneider, Vorsitzender des Rats der Stiftung Medienpädagogik Bayern, übergab Medienministerin Ilse Aigner im Anschluss die 150.000ste Urkunde an eine Schülergruppe der Realschule Tegernseer Tal.

 

Anschließend folgten die rund 120 Gäste aus ganz Bayern interessiert den drei Gesprächsrunden rund um den Medienführerschein Bayern.

 

Rückblick: Medienführerschein Bayern fest in bayerischer Bildungslandschaft etabliert

 

An der ersten Gesprächsrunde nahm neben Medienministerin Ilse Aigner auch Siegfried Schneider teil, der den Medienführerschein Bayern mit ins Leben gerufen hat. Er verriet das Erfolgsrezept der Initiative: „Die Materialien sind genau auf die bayerischen Lehrpläne der jeweiligen Jahrgangsstufen abgestimmt. Auch die spielerische Aufbereitung von komplexen Themen trägt sicherlich zur Beliebtheit bei.“ Die Lehrerin Gisela Stanglmeier ergänzte, dass das Material gut von Lehrkräften ohne externe Schulung eingesetzt werden könne – ein weiterer Pluspunkt. Andreas Scherer, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Zeitungsverleger e.V. (VBZV), erklärte, warum der Verband den Medienführerschein Bayern als Partner im Bereich Printmedien unterstützt: „2008 habe ich auf den Medientagen München die Einführung eines Medienführerscheins für Schülerinnen und Schüler vorgeschlagen, um der Gefahr einer generellen Orientierungslosigkeit im Umgang mit Medien und politischen Themen entgegenzuwirken. Damals hätte ich nicht gedacht, dass diese Idee so schnell von der Politik aufgegriffen und umgesetzt werden würde. Umso mehr erfüllt es mich mit Freude und Stolz. Die bayerischen Zeitungsverleger unterstützen die Initiative, damit Schülerinnen und Schüler lernen, sich im digitalen Informationsdschungel sicher zu bewegen.“

 

Augenblick: Vorstellung neuer Materialien für den Elementarbereich

 

Verena Weigand, Vorstand der Stiftung Medienpädagogik Bayern, stellte das neue Angebot für Kindertageseinrichtungen vor. Die Module sind vom Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) geprüft und nehmen die Themen „Medien im Alltag“, „Medienhelden“ und „Werbung“ genauer unter die Lupe. Pädagogische Fachkräfte erhalten hier Hintergrundinformationen, Anregungen und Ideen für die eigene medienpädagogische Arbeit mit Drei- bis Sechsjährigen. Bei der Entwicklung wurden die im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan formulierten Ziele zum Thema Medienkompetenz berücksichtigt. Die neuen Materialien können ab sofort von bayerischen Kindertageseinrichtungen kostenlos bestellt werden.

 

In der anschließenden zweiten Gesprächsrunde freute sich Dr. Erich Jooß, stv. Vorsitzender des Rats der Stiftung Medienpädagogik Bayern, über den Ausbau: „Aus Sicht des Stiftungsrats ist es wichtig, dass ganz Bayern vom Angebot profitiert. Deshalb sollen die Materialien für den Elementarbereich genauso etabliert werden wie die Materialien für den schulischen Bereich. Das ist unser Ziel.“ Gemeinsam sprach er mit Domkapitular Prälat Bernhard Piendl, Vorsitzender des Verbands katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V., und Johannes Hintersberger, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, über Medienkompetenzstärkung im Elementarbereich und das neue Angebot des Medienführerscheins Bayern. „Kleine Kinder haben heute schon Zugang zu Computern, zu Smartphones und Tablets. Sie gehören für viele bereits zum Alltag. Deshalb ist es wichtig, dass Medienerziehung nicht erst in der Schule beginnt. Das neue Angebot des Medienführerscheins ist maßgeschneidert für Kindertageseinrichtungen, die bei diesem Thema aktiv werden wollen“, so Hintersberger. Domkapitular Prälat Bernhard Piendl bestätigte die Relevanz des Themas bereits in Kindertageseinrichtungen.

 

Ausblick: Berufliche Schulen, außerschulische Jugendarbeit, Vertiefung des Themas Urheberrecht und thematisch passende Film-Clips

 

In der dritten Gesprächsrunde standen zukünftige Entwicklungen beim Medienführerschein Bayern im Fokus. Denn neben der Entwicklung von Materialien für die außerschulische Jugendarbeit und dem Ausbau des Themas Urheberrecht wird eine weitere Zielgruppe in den Blick genommen. So informierte Dr. Christof Prechtl von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. über das Engagement der vbw bei der derzeitigen Entwicklung des Medienführerscheins Bayern für Berufliche Schulen. Prechtl betonte, dass damit ein Angebot geschaffen werde, gezielt berufsorientiert Medienkompetenz zu vermitteln. Dies stärke Auszubildende in ihrer Handlungskompetenz und davon profitierten auch die bayerischen Betriebe.

 

Für den schulischen Bereich gibt es ab sofort neue Film-Clips des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst für einen motivierenden Einstieg in die Unterrichtseinheiten der 3./4. Jahrgangsstufe. Die Film-Clips greifen die jeweiligen Themen auf lockere Art und Weise auf und bieten den Schülerinnen und Schülern Gesprächsanlässe. Im nächsten Jahr werden weitere Film-Clips für die Module der 6./7. und 8./9. Jahrgangsstufe produziert. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle betonte: „Kinder kommen heute ab dem frühesten Alter mit audiovisuellen Medien in Kontakt. Bewegte Bilder sind allgegenwärtig. Sie können eine Orientierungshilfe in der Persönlichkeitsentwicklung sein. Die Film-Clips zu den Unterrichtseinheiten des Medienführerscheins leisten einen wichtigen Beitrag in der Erziehung zu einem kritischen, kompetenten und kommunikativen Umgang mit Medien“.

 

Zukünftig reicht das Angebot des Medienführerscheins Bayern vom Elementarbereich bis zur betrieblichen Ausbildung. Schwerpunkte der Materialien sind dabei jeweils die Themen, Fragestellungen oder Problemebereiche beim Medienumgang, die in der jeweiligen Altersstufe im Vordergrund stehen.

 

Der Medienführerschein Bayern ist eine Initiative der Bayerischen Staatsregierung, die ins Leben gerufen wurde, um die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu fördern. Sie wird von der Stiftung Medienpädagogik Bayern koordiniert und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert.

 

Fotos von der Veranstaltung können am Folgetag der Veranstaltung kostenfrei unter www.medienfuehrerschein.bayern.de/Pressemitteilungen.n37.html  heruntergeladen werden.

 

Weitere Informationen unter www.medienfuehrerschein.bayern.de  und bei Lina Reisel, Projektreferentin der Stiftung Medienpädagogik Bayern, 089 / 63808-237 oder lina.reisel@blm.de.

 

- . -


Pressemitteilung-Nr. 260/15