6-Säulen Strategie

Das Bayerische Wirtschaftsministerium verfolgt eine 6-Säulen-Strategie, um die Wachstumskräfte der bayerischen Wirtschaft zusätzlich abzusichern:

  1. Unser primäres Ziel ist es, noch vorhandene Arbeitslosigkeit abzubauen. Dies ist ein Gebot der Sozialstaatlichkeit und trägt dazu bei, Sozialkosten zu vermeiden sowie die Lohnzusatzkosten zurück­zuführen. Allerdings muss man realistisch sehen, dass insbesondere im Bereich höherqualifizierter Fachkräfte die Wirkung dieses Ansatzes für die Unternehmen sehr begrenzt ist.

  2. Ein wichtiger Schwerpunkt des Wirtschaftsministeriums ist das Engagement im Bereich der beruflichen Aus- und Weiter­bildung. Wir wollen sicherstellen, dass jeder Arbeitnehmer auf mög­lichst hohem Niveau seine persönlichen Chancen verwirklichen kann und gleichzeitig die Betriebe flächendeckend in ganz Bayern auf hervorragend und modern ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen können. Mit dieser Zielrichtung hat das Bayerische Wirtschafts­ministerium allein im Jahr 2010 rund 38 Millionen Euro in die Förderung der beruflichen Bildung investiert. Aus- und Weiterbildung bringt Wohl­stand und Zukunftsfähigkeit für jeden einzelnen Arbeitnehmer, für die Unternehmen und für den Wirtschaftsstandort insgesamt.

  3. Parallel hierzu wollen wir über eine möglichst hohe und hochwertige Erwerbsbeteiligung aller (potenziellen) Erwerbs­personen das in Bayern vorhandene Leistungsvermögen optimal ausschöpfen. Hier bieten sich vielfältige Ansatzpunkte: Die berufliche Integration von Erziehenden, Migranten, älteren Arbeit­nehmern und Menschen mit Behinderungen gehört ebenso dazu, wie die Gestaltung der Wochen-, der Jahres- und der Lebensarbeitszeit. Hier sind die Tarifpartner und die Unternehmen selbst gefordert, durch personalplanerische Innovation zeitgemäße und attraktive Perspektiven zu entwickeln. Dabei stehen die Wirtschaftsorganisationen mit vielfältigen Beratungs- und Weiterbildungsangeboten an der Seite der Entscheidungsträger insbesondere von mittelständischen Unternehmen.

  4. Die Zuwanderung von qualifizierten und insbesondere hochqualifizierten ausländischen Fachkräften ist vor allem dann eine Option, wenn Lücken kurzfristig geschlossen werden müssen und gleichzeitig keine entsprechend qualifizierten heimischen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Bildungsmaßnahmen zur Anpassung des heimischen Potenzials sind stets mit Zeitbedarf verbunden. Allerdings muss gerade in den Bereichen Forschung und Entwicklung, in technologieorientierter Produktion und bei anspruchsvollen Service-Leistungen Personalbedarf auch sehr kurzfristig geregelt werden können, um der Entstehung von Wettbewerbsnachteilen vorzugreifen. Auf diese Weise hilft der gezielte Einsatz ausländischer Fachkräfte dabei, die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen und damit den Bestand von heimischen Arbeitsplätzen abzusichern. Aufgrund seines großen Bekanntheitsgrades, seiner besonderen Kultur und großen Attraktivität hat der „Beschäftigungsstandort Bayern“ auf den nationalen und internationalen Arbeitsmärkten einen Wettbewerbsvorteil, der konsequent genutzt werden muss wenn es darum geht, die Besten für die bayerischen Unternehmen zu gewinnen.

  5. Nicht nur die Arbeitnehmer werden weniger, sondern auch die Unternehmer; an dieser Stelle werden wir ebenfalls verstärkt gegensteuern. Wir wollen die vielfältige und gesunde mittelständische Struktur der bayerischen Wirtschaft in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum halten, auch in Zeiten des demographischen Wandels. Deshalb gewinnen die Themen „Unternehmensnachfolge“ und „Existenzgründergeschehen" in Zukunft immer stärker an Gewicht. Über das Portal www.unternehmensnachfolge-in-bayern.de des Wirtschaftsministeriums sind ausführliche Informationen über Initiativen im Bereich der Unternehmensnachfolge verfügbar. Das Existenzgründergeschehen wird insbesondere durch das Engagement von über 50 Gründeragenturen begleitet; dort finden immerhin durchschnittlich rund 500 Beratungen täglich statt.

  6. Die bayerische Wirtschaft ist im Bereich moderner Technologien hervorragend aufgestellt. Von der 1,5 Milliarden Euro schweren Initiative „BayernFIT – Forschung, Innovation, Technologie“ profitieren gerade auch die mittelständischen Unternehmen. Diese Standortstärken können die bayerischen Unternehmen nutzen, um über gezielte Prozessinnovationen ihre Arbeitsproduktivität zu verbessern. Auf diesem Wege bietet sich die Chance, mit einem gegebenen Personal­stamm „mehr“ zu leisten. Auch dies kann für manche Unternehmen ein Ansatz sein, um auf eine veränderte Personal­situation zu reagieren. Gleichzeitig können produktivere, höherwertige Arbeitsplätze auch besser bezahlt werden; dies stärkt wiederum die Wettbewerbs­position unserer bayerischen Unternehmen im weltweiten Wettbewerb um die Besten.