Tiefengeothermie

Im südbayerischen Raum bietet sich mit den Thermalwasservorkommen in den Malmkarbonaten die Möglichkeit einer geothermischen Nutzung aus einer heimischen Energiequelle. Es handelt sich hierbei um die größte direkt nutzbare Geothermielagerstätte West- und Mitteleuropas. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt bei der geothermischen Wärmeversorgung und damit der klimaschonenden Substituierung von Öl und Gas im Wärmebereich. Bei höheren Temperaturen ab 80 °C bestehen auch Möglichkeiten, grundlastfähigen Strom zu produzieren. In Bayern sind derzeit 21 hydrothermale Geothermie-Anlagen in Betrieb. In vier dieser Anlagen wird neben Wärme auch Strom erzeugt, so dass neben einer Wärmeleistung von insgesamt 0,211 GW auch eine elektrische Leistung von 0,021 GW aus Geothermie in Bayern zur Verfügung steht.

Bayern ist in Deutschland führend bei der Nutzung der Tiefengeothermie. Die Stromerzeugung aus Erdwärme hat sich im Zeitraum von 2009 bis 2013 von 0,004 auf 0,49 mehr als verzwölffacht, die Wärmeerzeugung hat sich von 2009 bis 2013 auf 1,5 PJ nahezu verdoppelt und trug 2013 zur Deckung des Wärmebedarfs zu rund 0,2 % bei.